Ursula Busch, Christa Eberhardt und Eva Recordon
23.03. – 21.04.25
Sa + So von 14 – 18 Uhr
Ostermontag von 14 – 17 Uhr
Vernissage: 23.03. um 11 Uhr, EINTRITT FREI
Begrüssung: Maren Reuter
Einführung: Christine Daucher
Musik: Georg Daucher, Klangkünstler
Drei Künstlerinnen, drei Cousinen, präsentieren ihre unterschiedlichen Arbeiten – verwandt und doch verschieden!
Die drei Cousinen bieten ein kreatives Zusammenspiel unterschiedlicher künstlerischer Positionen. Bei der entstandenen Gemeinschaftsausstellung kann der Betrachter die jeweils eigene „Handschrift“ der Künstlerinnen entdecken.
Die Arbeiten von Ursula Busch kann man unter dem Stichwort „Experimentierfreude“ zusammenfassen. Von spannungsvollen Kritzelzeichnungen, die in zentangle-artige Zeichnungen übergehen, über experimentelle Drucke hin zur klassischen Aquatinta spannt sie ihren Bogen.
Christa Eberhardt präsentiert eine Serie großformatiger Kohlezeichnungen männlicher Akte, die in einem dynamischen, markanten Strich eine kraftvolle und zugleich sensible Ausdruckskraft entfalten. Die dargestellten Torsi – häufig ohne individuelle Gesichtszüge, die Köpfe meist nur als skizzenhafte Umrisse angedeutet – wirken wie monumentale, fast schon felsenartige Formen. Mit ihrer Mischtechnik aus Kohle, Graphitstift und Acryl erschafft sie Werke, die sie selbst als „Panzermänner“ bezeichnet.
Diese Darstellungen hinterfragen traditionelle Rollenbilder: Die abgebildeten Männer erscheinen unnahbar, als hätten sie gelernt, ihre Gefühle zu verbergen, was einerseits den gesellschaftlichen Druck widerspiegelt, Härte und Unerschütterlichkeit zu demonstrieren. Gleichzeitig offenbart sich in den fragmentarischen, ausdrucksstarken Linien eine unterschwellige Verletzlichkeit – eine Unfähigkeit, mit den eigenen Emotionen umzugehen, die den Mangel an gelebter Menschlichkeit andeutet.
Der energetische, gestische Schwung in Christas Strichführung vermittelt nicht nur eine eindrucksvolle, visuelle Präsenz, sondern auch den inneren Konflikt zwischen der aggressiv konstruierten, fast toxisch anmutenden Männlichkeit und dem tief verborgenen Bedürfnis, auch weiche und verletzliche Seiten zuzulassen.
Die Bilderzyklen von Eva Recordon faszinieren durch ihre leuchtenden, kraftspendenden Farben. Spontaneität und Experimentierfreude prägen ihren dynamischen Malprozess, der in abstrakten Mischtechniken verankert ist. Emotional und impulsiv geht die Künstlerin an ihre Werke heran, wodurch eine Nähe zum Informel entsteht: Hier gibt es keine festen Kompositionsregeln, sondern ein freies Spiel von Farbflächen und Linien, die einen einzigartigen Rhythmus erzeugen. Besonders eindrucksvoll sind die Reliefs der „végé-toiles“-Werkreihe, in denen organische Materialien frappierende Texturen schaffen. Diese plastischen Elemente verleihen den Bildwelten von Eva Recordon einen unverwechselbaren Charakter und laden zur Entdeckung ein.


