Peter Vollmer und Ute Stechowsky-Göhringer
Ausstellungsdauer: 22.11. – 13.12.26
Geöffnet: Sa. und So. von 14 – 18 Uhr
Vernissage: 22.11. um 11 Uhr, EINTRITT FREI
Momente, in denen sich zwei künstlerische Wege kreuzen – nicht in der Form, sondern im Blick.
Unter dem Motto „Ich suche nicht – ich finde“, diesem Pablo Picasso zugeschriebenen Gedanken, präsentieren die Künstler Ute Stechowsky-Göhringer und Peter Vollmer ihre Ausstellung Schnittmengen und Überschneidungen in der Kulturmühle Rechberghausen.
Trotz unterschiedlicher Lebensmittelpunkte und ebenso unterschiedlicher Arbeitsweisen haben beide Künstler bereits mehrfach gemeinsam ausgestellt. Die aktuelle Präsentation führt diesen Dialog fort und macht dabei sichtbar, wie sich zwei eigenständige Handschriften in ihrer Aufmerksamkeit für das scheinbar Nebensächliche, für das vermeintlich künstlerisch Belanglose, berühren.
Ute Stechowsky-Göhringer arbeitet mit verborgenen Zeichen, Schriftfragmenten und Symbolen. Ihre oft kleinteiligen, filigranen Elemente werden durch den Einsatz von Farbe und Material verdichtet und erhalten eine besondere visuelle Präsenz.
Peter Vollmer entwickelt seine Zeichnungen und Holzdrucke aus dem Spiel von Licht und Schatten und greift dabei impressionistische Motive aus Italien auf. Für eine grafisch-lineare Annäherung gewinnen in den letzten Jahren auch seine zartschwarzen Zeichnungen zunehmend an Bedeutung.
Beide künstlerischen Ansätze betonen das Unvollständige, das Andeutende, das Offene. Wahrnehmung erscheint als Ausschnitt: sie ist immer fragmentarisch, ist nie total, sondern erfasst immer nur einen Moment, eine Linie, einen Lichtwechsel, ein Zeichen, das aus einem größeren Zusammenhang herausgelöst wurde.
Gerade diese Teilhaftigkeit macht sichtbar, dass Bedeutung nicht aus Geschlossenheit entsteht, sondern aus Offenheit, aus dem Raum, den das Fehlende lässt: als Leerstelle, als Möglichkeit, als Einladung zum Weiterdenken. Das Fragmentarische hält das Werk in Bewegung, verweigert eine endgültige Deutung und zeigt Kunst als Prozess, als Spur eines Blicks, der weitergeht: Zeichen, Licht und Linie werden zu Spuren eines Eindrucks, der offen bleibt.
Zugleich beziehen beide Künstler Motive ein, die scheinbar ohne großen künstlerischen Belang sind: das Kleine, Fragile, Nebensächliche. Das Unscheinbare wird zu einem Ausgangspunkt ihrer Kunst. Zu dem, was leicht übersehen wird und doch eine Spur hinterlässt.
Der Ausstellungstitel Schnittmengen und Überschneidungen verweist bei der Unterschiedlichkeit der Arbeitsweisen beider Künstler deshalb weniger auf formale Gemeinsamkeiten als auf eine geteilte künstlerische Haltung. Die Arbeiten von Stechowsky-Göhringer und Vollmer begegnen sich im Blick, nicht in der Technik, im Ursprung, nicht im Stil – und in der Überzeugung, dass Kunst nicht aus dem Suchen entsteht, sondern in einem ähnlichen Moment des Findens.
Die Ausstellung lädt dazu ein, diese Berührungspunkte wahrzunehmen und die unterschiedlichen Wege kennenzulernen, auf denen Stechowsky-Göhringer und Vollmer ihre Motive in Bildräume übersetzen.